
....als ich Stockholm das erste Mal verließ, hasste ich diese Stadt nahezu dafür, dass sie mir so sehr das Herz gebrochen hat. Doch im Laufe der Zeit begann ich mir die Frage zu stellen, warum nicht an einen Ort zurück kehren, an dem man sich wie zu Hause fühlte, nur eben doch ein klein wenig anders. Anders deswegen, weil dieser Weg, den ich eingeschlagen habe, verhältnismäßig wenig mit meinen Wurzeln zu tun hat. Es diesmal einfach mein Weg ist, meiner ganz allein. Ich könnte diesen Monolog noch länger spinnen, doch entscheide mich dafür ihn in meinem Kopf weiter zu führen.. ...genug der wehmütigen Philosophiererei über Wege, Erwachsenwerden und das Gefühl wahre Freiheit zu spüren.
Es gab bisher keinen Ort auf dieser Welt, den ich mit all meinen Sinnen in dieser Intensität erforscht habe, was natürlich zwangsläufig sehr viel zur Lebensqualität beiträgt.
Aber nun zu meinen zweiten ersten Tagen in Stockholm.

Wie immer fällt mir dieser extrem hohe Fashionvictimismus extrem auf, weswegen ich darum bitte, mir alle Kleider zu schicken, die ihr niemals anziehen würdet. Wahrlich ich sage euch, ich wäre total up to date. Das absoluteste NoGo das ich gesehen habe und anscheinend wirklich ein Trend werden wird, ist die Unart, weiße Socken in schwarzen Schuhen zu tragn. Ich meine, dies wäre ja verkraftbar, würde die Hose bis unter die Schuhsohle reichen...
..und jetzt darf jeder einmal raten, was die gemeine Hose in Schweden natürlich nicht tut....
...muss ich dazu noch was sagen?! Nein!
Jamie, meinem neuen Freund aus den USA, macht dieses Modebewusstsein ernsthafte Bedenken, da er sich, wie er selbst sagt, absolut unfashionable vorkommt. Ich sag dazu nur, ich bin gespannt wie lange es diesmal bei mir dauert, bis ich unmögliche Modetrends beginne anzunehmen. Soll ja anscheinend durchaus schon vorgekommen sein.
Mit Jim, einem weiteren neuen Freund, ebenfalls aus den USA, habe ich dieses Thema noch nicht besprochen.

Ahmed (2.v.r) aus Ägypten konzentriert sich derzeit eher weniger auf die Mode, stattdessen darauf, den ganzen Tag nicht ans Essen und Trinken zu denken, da wir derzeit den neunten Monat des islamischen Mondkalenders schreiben.
Fernando (1.v.l) aus Brasilien ist unser Nesthäckchen und dem ist das mit der Mode völlig wurscht, was ich sehr bewundernswert finde.
Zwei schwedische Jungs hab ich auch schon kennen gelernt, was jetzt verglichen mit dem letzten Aufenthalt in Stockholm, sehr sehr viel ist. Von einem der beiden hab ich eine unverhoffte Privatstadttour durch einen Teil Stockholms bekommen, den ich bisher noch nicht kannte. Wunderprächtig kann ich dazu nur sagen, aber bis die Konversation endlich ohne zu stocken von selbst von statten ging, musste Misses Smörebröd schon einiges an Aufwand in Kauf nehmen, was es unterm Strich defintiv wert war, weil dieser junge Schwede mir einiges an Einblick in die nordische Seele gewährt hat.

Was mich derzeit unwahrschienlich erheitert, ist meine Art mit dem Fehlen von adequaten Küchenuntensilien umzugehen. Das Inventar beschränkt sich derzeit auf eine Stielpfanne mit Deckel, 20 Plastiklöffel, von denen ich einen fast verkocht hätte, weil die ja doch nicht 100 Grad aushalten und sieben Pappschüsseln, die wenn man es schlau anstellt, sogar einmal auswaschen kann, bevor sie sich langsam aber sicher in Brei verwandeln. Spaghetti mit Sauce sind eine kleine Herausforderung.........
..................aber wie sagte schon Charles Bukowski: Wir sind hier um den Widrigkeiten des Lebens ins Gesicht zu lachen, ......